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Von Eulenfreunden und Eulenphobikern

Nichts ist weicher als eine Eule, behaupte ich. Wer das fluffige Gefieder einer zahmen Eule streichelt, kann das nachvollziehen. Eulen sind beliebt. Es gibt viele Eulenfans, die Eulennachbildungen in allen Formen und Farben sammeln. Bei Falknern und in Tierparks gibt es Eulenbegegnungen, bei denen Eulenfreunde ihre Lieblingstiere erleben dürfen.

Dabei galten Eulen im düstren Mittelalter als Unglücksvögel. In vielen Kulturen auf allen Kontinenten hat sich wohl unabhängig voneinander Eulenfurcht entwickelt. Nun kenne ich nicht alle Kulturen, aber ich habe selbst erlebt, wie eine Studentin aus einem fremden Kulturkreis einen Schock durch den Anblick einer Eule bekam. Später haben wir die Eule zusammen aus der Nähe betrachtet. Die Angst kann also rasch überwunden werden, aber erstmal ist sie echt. Ich vergleiche das mit dem Anblick einer Spinne bei einer Spinnenphobikerin.

Als echter Fettnapf erwies sich ein gut gemeintes Geschenk für einen Freund aus Amerika, der traditionelle Traumfänger seines Volkes herstellt Wir schenkten ihm dafür Eulenfedern, weil die doch so schön sind. Eulen gehören aber in der Tradition seines Volkes zu den Überbringern schlechter Nachrichten. Ein Eulen-Traumfänger ist also das letzte, was man braucht.

Der Blick der Eule

Was hat die Eule böses an sich? Es ist der starre durchdringende Blick, mit dem uns die Eule anstarrt. Anstarren ist eine Drohgebärde, zumindest unter uns Primaten. Bewegt die Eule dann noch kreisend den Kopf und schaukelt mit dem Körper hin und her, bleibt aber mit den großen starren Augen an uns haften, findet das mancher gruselig und mancher heutzutage komisch und süß.

Warum macht die Eule das? Wenn wir nicht von dem ausgehen, was wir in die Eule hineininterpretieren, sondern was für sie selbst nützlich ist, ergibt sich eine Antwort: Durch das Drehen, Pendeln und Kreisen des Kopfes und sogar des ganzen Körpers schätzt die Eule die Entfernung zum fixierten Objekt ab. Außerdem ist das Eulenauge starr, so dass sie ihren Kopf bis zu 270 Grad nach hinten drehen kann. Das ergibt dann eine  Eule ohne Gesicht: gruselig. Mit Gesicht: auch gruselig. Diese starren Augen!

Tatsächlich habe ich eine Fernsehserie gesehen, in der die Augen einer Eule verpixelt gezeigt wurden. Die Filmemacher haben hier augenzwinkernd mitgedacht: Das Publikum muß vor dem bösen Eulenblick geschützt werden.

Zum Glück für die Eulen gehört Eulenangst in unserer Kultur der Vergangenheit an. Früher wurden Eulen deswegen getötet. Es ist trotzdem nicht allzu angebracht, sich arrogant über einen derartigen Aberglauben zu stellen, denn es liegt in der Natur des Menschen, das Tier als Projektionsobjekt der eigenen Wünsche und Ängste zu nutzen. Auch wenn ich in der folgenden Fotogalerie ganz sachlich schreibe, dies ist Biospezies Sowieso und dies die andere, weckt der Anblick der Eule Gefühle, die mit der Intention der Betrachteten nichts zu tun haben.

Die Galerie der Eulen

Die hier abgebildeten Eulen stammen aus der Hand von Falknerinnen und Falknern. Die Vögel sind also den Umgang mit Menschen gewohnt und deshalb werden einige von den hier gezeigten Tieren für unsere Fotostunden mit Eulen eingesetzt. Infos dazu findet ihr hier.

 

 
 
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